Die Stadt Radevormwald wird ihr Gebäudemanagement zum 1. Januar 2027 in eine eigenbetriebsähnliche Einrichtung überführen. Mit diesem Schritt werden die städtischen Gebäude und Grundstücke künftig organisatorisch und bilanziell getrennt vom Kernhaushalt geführt.


Im Rahmen der Vorbereitungen wurden sämtliche betroffenen Gebäude und Grundstücke neu bewertet. Dabei hat sich eine sogenannte stille Reserve in Höhe von rund 42 Millionen Euro ergeben.
Wichtig ist der Stadtverwaltung dabei eine klare Einordnung: Bei dieser Summe handelt es sich nicht um zusätzliche Einnahmen oder frei verfügbare Geldmittel. Vielmehr entsteht durch die Neubewertung eine bilanzielle Ausgleichsrücklage, also eine rechnerische Größe innerhalb der kommunalen Bilanz.
„Es fließt kein einziger Euro zusätzlich in die Stadtkasse“, betont Kämmerer Simon Woywod. „Die Neubewertung führt jedoch dazu, dass sich unsere Bilanzstruktur verbessert und dadurch weitere Handlungsspielräume im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten entstehen.“


„Die Belastungen für Bürgerinnen, Bürger und Unternehmen sind in den vergangenen Jahren bereits erheblich gestiegen“, erklärt Bürgermeister Dejan Vujinovic. „Deshalb suchen wir konsequent nach Möglichkeiten, finanzielle Spielräume zu schaffen, ohne die Handlungsfähigkeit der Stadt einzuschränken. Die deutlich erhöhte Ausgleichsrücklage kann dabei ein wichtiger Baustein sein. Die Verwaltung verfolgt das Ziel, diese bilanzielle Stärkung gezielt zur Stabilisierung der städtischen Finanzen einzusetzen. Insbesondere soll geprüft werden, inwieweit dadurch Steuererhöhungen in den Jahren 2027 und 2028 vermieden oder zumindest deutlich reduziert werden können.“


Besonders hervorzuheben ist, dass die Initiative zur Gründung der eigenbetriebsähnlichen Einrichtung und die damit verbundene strategische Neuausrichtung aus der Stadtverwaltung selbst heraus entwickelt wurde. Ziel war es von Beginn an, die städtischen Vermögenswerte transparent abzubilden, die Steuerungsfähigkeit zu verbessern und gleichzeitig langfristige Perspektiven für eine solide Haushaltsführung zu schaffen.
„Wir wollen Verantwortung übernehmen und vorhandene Möglichkeiten klug nutzen“, so Bürgermeister Dejan Vujinovic. „Diese Lösung ist das Ergebnis intensiver eigener Arbeit innerhalb der Verwaltung. Sie zeigt, dass innovative Ansätze auch auf kommunaler Ebene dazu beitragen können, die finanziellen Herausforderungen der kommenden Jahre aktiv zu gestalten.“


Die organisatorische Umstellung wird derzeit vorbereitet. Die politischen Gremien werden im weiteren Verfahren umfassend beteiligt und über die nächsten Schritte informiert.