Ein direkter Bus von der Radevormwalder Innenstadt zum Freizeitrevier Kräwinklerbrücke – kurz Kräwi – war in den vergangenen Monaten immer wieder ein Wunsch aus der Bürgerschaft. Gerade an warmen Sommertagen ist das Freizeitrevier an der Wupper ein beliebtes Ziel zum Baden, Sonnen und Erholen. Auch in der Nachbarstadt Remscheid gibt es bereits ein entsprechendes Busangebot.

Der Jugendbeirat der Stadt Radevormwald hat den Wunsch aus der Bürgerschaft aufgegriffen und gemeinsam mit der Unterstützung des Bürgerbusvereins ein entsprechendes Angebot erprobt. An den Wochenenden der Sommerferien wurde ein Kräwi-Bus eingerichtet und hierfür eigens ein Fahrplan erstellt. Ziel war es, insbesondere Kindern, Jugendlichen und Familien eine unkomplizierte Möglichkeit zu bieten, auch ohne eigenes Auto aud Radevormwald zur Kräwi und wieder zurück zu gelangen.

Es ist positiv, dass der vielfach geäußerte Wunsch aus der Bürgerschaft nicht einfach nur diskutiert, sondern konkret ausprobiert wurde. Der Jugendbeirat hat gemeinsam mit dem Bürgerbusverein daher das entsprechende Angebot auf die Beine gestellt. Leider hat sich gezeigt, dass die tatsächliche Nachfrage deutlich hinter den Erwartungen zurückgeblieben ist.

Trotz des überwiegend guten Sommerwetters wurde der Bus an den angebotenen Wochenenden nur sehr wenig bis teilweise gar nicht genutzt. Aufgrund der geringen Nachfrage wurde das Angebot daher bereits vor dem Ende der Sommerferien wieder eingestellt.

Nachfrage entscheidet über Fortführung

Für die Stadt ist die geringe Nutzung ein wichtiges Signal. Ein dauerhaftes Busangebot verursacht nicht nur Kosten für Fahrbetrieb und Organisation, sondern bindet auch personelle und ehrenamtliche Kapazitäten. Gerade beim Bürgerbusverein sind die verfügbaren Fahrerinnen und Fahrer eine wichtige Ressource, die gezielt dort eingesetzt werden sollte, wo eine entsprechende Nachfrage besteht.

„Natürlich hätten wir uns gewünscht, dass das Angebot stärker angenommen wird“, so Vujinovic. „Gleichzeitig müssen wir als Stadt bei zusätzlichen Angeboten immer auch den Kosten-Nutzen-Faktor im Blick behalten. Wenn ein Bus fährt, aber nur von sehr wenigen Menschen genutzt wird, ist es auf Dauer schwer zu rechtfertigen, dafür finanzielle und personelle Ressourcen einzusetzen.“

Auch eine weitergehende Kooperation mit der Stadt Remscheid, die von Bürgerinnen und Bürgern angeregt worden war, soll daher derzeit nicht weiterverfolgt werden. Die Erfahrungen aus dem eigenen Testbetrieb zeigen, dass zunächst keine ausreichende Nachfrage für ein regelmäßiges Angebot erkennbar ist.

Die Stadt bedankt sich ausdrücklich beim Jugendbeirat und beim Bürgerbusverein für die Unterstützung bei der Erprobung des Kräwi-Busses. „Ein besonderer Dank gilt allen, die sich an der Umsetzung beteiligt haben. Der Versuch war wichtig, weil wir nun nicht nur vermuten, sondern anhand konkreter Erfahrungen bewerten können, wie groß der tatsächliche Bedarf ist“, betont der Bürgermeister.

Die Stadt Radevormwald schließt dabei nicht aus, das Thema zu einem späteren Zeitpunkt erneut aufzugreifen, wenn sich die Rahmenbedingungen oder die Nachfrage verändern. Aktuell sprechen die Erfahrungen aus dem Testbetrieb jedoch gegen eine Fortführung.