Oberbergischer Kreis und Stadt Radevormwald starten gemeinsames Pilotprojekt zur Anpassung an zunehmende Hitzeperioden

Die Folgen des Klimawandels werden auch in Radevormwald zunehmend spürbar. Der außergewöhnlich heiße und trockene Sommer 2026 hat deutlich gemacht, dass längere Hitzeperioden auch für die Städte und Gemeinden im Oberbergischen Kreis neue Herausforderungen mit sich bringen. Der Oberbergische Kreis möchte deshalb gemeinsam mit der Stadt Radevormwald neue Wege gehen: Ab 2027 soll in Radevormwald eine exemplarische Hitzeaktionsplanung entwickelt und erprobt werden. Die dabei gewonnenen Erfahrungen sollen anschließend auch anderen Kommunen im Oberbergischen Kreis als Orientierung dienen.

Hitze kann insbesondere für ältere Menschen, kleine Kinder, chronisch Erkrankte und Menschen, die im Freien arbeiten, zu einer erheblichen Belastung werden. Gleichzeitig geht es bei einer Hitzeaktionsplanung nicht allein um gesundheitliche Aspekte. Auch Fragen zu Information und Warnung, kühlen und schattigen Aufenthaltsmöglichkeiten, Trinkwasserversorgung, Begrünung und Verschattung sowie zum Schutz besonders gefährdeter Bevölkerungsgruppen können eine Rolle spielen.

„Der Sommer hat uns gezeigt, dass Klimawandel keine abstrakte Zukunftsfrage mehr ist. Wir erleben die Auswirkungen bereits heute – auch hier bei uns in Radevormwald“, sagt Bürgermeister Dejan Vujinovic. „Deshalb ist es wichtig, nicht erst dann zu handeln, wenn die nächste Hitzewelle da ist. Mit der gemeinsamen Hitzeaktionsplanung wollen wir systematisch schauen, wo wir als Stadt bereits gut aufgestellt sind und wo wir noch besser werden können. Dabei geht es vor allem darum, konkrete und alltagstaugliche Lösungen zu entwickeln, die den Menschen in unserer Stadt zugutekommen.“

Die Hitzeaktionsplanung soll dabei verschiedene Akteure zusammenbringen und bestehende Maßnahmen miteinander verknüpfen. Neben der Stadtverwaltung können beispielsweise Gesundheits- und Sozialeinrichtungen, Rettungsdienste, Pflegeeinrichtungen, Schulen und Kitas, Vereine sowie weitere Institutionen und Einrichtungen einbezogen werden. Ziel ist es, die Stadt auf längere Hitzeperioden besser vorzubereiten und insbesondere besonders gefährdete Menschen zu schützen.

Der Oberbergische Kreis hat die Klimawandelanpassung als wichtige Zukunftsaufgabe identifiziert. Mit dem Interkommunalen Klimawandelanpassungskonzept wurden bereits erste Maßnahmen auf den Weg gebracht. Dazu gehören unter anderem eine Checkliste für eine klimaangepasste Bauleitplanung sowie die Beratung oberbergischer Unternehmen im Rahmen des Projekts Klima.Profit.

Mit der exemplarischen Hitzeaktionsplanung in Radevormwald soll nun ein weiterer konkreter Schritt folgen. Die Stadt übernimmt dabei gemeinsam mit dem Oberbergischen Kreis eine Vorreiterrolle. Die Erfahrungen aus dem Pilotprojekt sollen dokumentiert und für die Übertragung auf andere Kommunen nutzbar gemacht werden.

„Wir sehen das Pilotprojekt auch als Chance, gemeinsam mit dem Kreis Erfahrungen zu sammeln, die anschließend für andere Städte und Gemeinden hilfreich sein können“, so Bürgermeister Vujinovic. „Klimaanpassung funktioniert nicht allein. Sie braucht gute Zusammenarbeit, klare Informationen und vor allem Lösungen, die im Alltag funktionieren.“

Die gemeinsame Planung soll im Jahr 2027 beginnen. Weitere Informationen zu den einzelnen Maßnahmen und Beteiligungsmöglichkeiten werden im Verlauf des Projekts veröffentlicht.