Radevormwald: Kirchtürme und Bäume
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06.08.2020: Kollenberg-Wald ist angeknackst

Gefahren durch Trockenheit und Schädlinge –
Baumfällungen aus Verkehrssicherungsgründen notwendig.

Bernhard Priggel vom Landesbetrieb Wald und Forst, der sich seit Jahrzehnten um den Stadtwald kümmert, macht sich große Sorgen um die Radevormwalder Waldflächen.

Seine Reviere haben damit vergleichbare Folgen zu tragen wie Wald- und Forstflächen in anderen Regionen und Kommunen. „Leise rieseln die grünen Fichtennadeln auf den Waldboden des Kollenbergs. Dem aufmerksamen Waldbesucher fällt auf, dass hier etwas nicht stimmt“, berichtet Priggel in einer gemeinsamen Presserklärung mit der Stadtverwaltung. Der Fichtenwald am Kollenberg ist ganz und gar nicht in Ordnung. Er leidet, wie alle Wälder derzeit, unter großem Wassermangel, der Borkenkäfer bringt im zweiten Schritt die dadurch geschwächten Bäume zum Absterben.

Schon vor einigen Wochen mussten deshalb auf zwei  Flächen die Bäume gefällt werden. Nun stirbt wieder ein größerer Teil ab. „Wahrscheinlich werden wir im Kollenberg-Wald im Laufe der Zeit alle Fichten verlieren“, berichtet der Revierförster. Dort, wo gefällt worden ist,  liegt das gesamte Reisig auf der Fläche und soll dort auch bleiben. Das Reisig dient den Kleintieren als Lebensraum und nach dem Verrotten stehen die Nährstoffe, die im Reisig gebunden sind, wieder den lebenden Pflanzen zur Verfügung.

Bei trockenem Wetter besteht zwar eine erhöhte Waldbrandgefahr, das Rauchen im Wald ist aber zwischen dem 1. März und 30. Oktober verboten. Es ist vorgesehen, auf den kahlgeschlagenen Flächen nur kleine Areale als Initialpflanzung wieder mit Forstpflanzen aufzuforsten, die restliche Fläche soll sich auf natürliche Weise wieder bewalden. „Die Vögel werden dafür sorgen, dass sich Sträucher auf der Fläche einfinden, und die Eichhörnchen und Eichelhäher werden Eicheln und Bucheckern verstecken, die dann dort im Schutz des Reisigs zu Bäumchen heranwachsen können“, erläutert Bernhard Priggel die Umstände im Wald nach Fällungen.

Ausgehend von dieser Situation wird jede Buche oder Eiche des städtischen Waldes am Kollenberg und um das Stadion von einem Fachmann begutachtet. „Darum wurden in den vergangenen Wochen viele Bäume gekennzeichnet“, sagt Regina Hildebrandt von der Bauverwaltung.  Das heißt aber nicht, dass all diese gefällt werden müssen, aber sie stehen unter Beobachtung. Niemand möchte einen wertvollen Baum unnötig fällen. Aus Gründen der Verkehrssicherheit ist es aber leider notwendig, an den Waldwegen und auch auf dem Gelände des Sportplatzes, einige Bäume zu entnehmen, heißt es in der Presserklärung.

Diese Bäume sind nicht nur durch die Trockenheit geschädigt, auch Krankheiten wie Stammfäule oder Besatz mit Brandkrustenpilz oder anderen Schädlingen wie Borkenkäfer lassen manchen Baum zur Gefahr werden. Forstamt und Stadtverwaltung veranlassen die notwendigen Arbeiten nicht voreilig. Es werden nur Bäume entnommen, wenn ein Handeln aus Gründen der Verkehrssicherungspflicht dringend geboten ist. Der Wald wird sich regenerieren, durch „Naturverjüngung“ und durch gezielte Pflanzungen. „Jeder Waldbesucher kann dem Wald helfen“, berichtet Regina Hildebrandt. Dazu gehöre, nur die offiziellen Wege zu nutzen und das Rauchverbot in den Wäldern strikt einzuhalten. Dass der Wald kein Abladeplatz für Müll und Gartenabfälle ist, sollte selbstverständlich sein.

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Diese große und alte Baum auf der Fläche des Kollenberg-Stadions musste gefällt werden, weil er wegen durch Schädigungen durch Stammfäule auf die Turnhalle Jahnstraße zu stürzen drohte. Foto: Stadt Radevormwald/Scholl

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Auch dieser geschädigte Baum auf der Fläche des Kollenberg-Stadions muss gefällt werden, weil die Gefahr besteht, dass er bei Sturm entwurzelt wird  und in Richtung Spielfläche fällt. Foto: Stadt Radevormwald/Scholl

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Reisig entlang der Wege wird entsorgt, auf der Mitte der Flächen soll es zur Naturverjüngung beitragen. An einigen Stellen sind schon Setzlinge  von  Eschen, Ahorn und Buchen entdeckt worden. Foto: Stadt Radevormwald/Scholl

 

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